Die Corpus-Christi-Apokalypse

Die bilderreichste Apokalypse der Gotik

Die Corpus-Christi-Apokalypse – ein von der Parker Library in Cambridge seit 1575 gehüteter Bilderschatz, der in Gold, Silber und intensiven Farben leuchtet. Lassen Sie sich von dieser reich ausgestatteten Apokalypse-Handschrift faszinieren! Schwelgen Sie in einzigartigen gotischen Bildern und verfolgen Sie den finalen Kampf zwischen Gut und Böse in der Geheimen Offenbarung des Johannes! Gehen Sie in der Paulus-Vision mit auf Höllenfahrt und nehmen Sie auch noch an der glanzvollen Krönung des englischen Königs teil!

“Insgesamt 121 großformatige Miniaturen finden sich auf nahezu allen Seiten. Die Leuchtkraft ihrer lebendigen Farben wird durch die glänzend polierten Silber- und Goldpartien noch verstärkt, die mit komplizierten Mustern aus Punkten und fein geschnittenen Linien verziert sind.” (Nigel Morgan, University of Cambridge)

Corpus-Christi-Apokalypse

Die Corpus-Christi-Apokalypse: Die Handschrift

Corpus-Christi-Apokalypse, fol. 28r

Leuchtende Apokalypse

Die Corpus-Christi-Apokalypse leuchtet, strahlt und glänzt. Unter den englischen Apokalypse-Handschriften des 14. Jahrhunderts ist sie die am reichsten ausgestattete: Nicht weniger als 121 großformatige Miniaturen, aus denen Gold und Silber funkelt, reihen sich hier auf 72 Blatt in dichter Abfolge aneinander. Der Buchmaler der Corpus-Christi-Apokalypse, dessen Werkstatt in London vermutet wird, hat durch die Auswahl intensiver Farben, vor allem Mennigerot, und durch den Glanz von Gold und Silber in seinen Bildern optische Reize geschaffen, die der Sprachgewalt des von ihm illustrierten Textes, der Offenbarung des Johannes, entsprechen. In attraktivem Kontrast zu den opaken Farben stehen die hellen Rosa-, Violett- und Beigetöne.

Ein Codex mit drei Texten

Die Corpus-Christi-Apokalypse übertrifft mit ihrem Miniaturenreichtum alle anderen Apokalypse-Handschriften der Zeit. Aber auch inhaltlich ist sie einzigartig, denn neben der Offenbarung des Johannes enthält sie eine wunderbar illustrierte Version der Paulus-Visionen und eine anglo-normannische Krönungsordnung, die bei der Krönung Edwards II. 1308 herangezogen wurde. Die Zusammenstellung der drei genannten Texte zu einem einzigen Codex ist singulär. Da die prachtvolle Handschrift in einem Zug hergestellt, d.h. von nur einem Schreiber geschrieben und auch nur einem, höchstenfalls zwei Meistern illuminiert worden ist, kann davon ausgegangen werden, dass die ungewöhnliche Kombination ein Wunsch des Auftraggebers gewesen ist.

Ein höfischer Auftraggeber

Die Corpus-Christi-Apokalypse wurde vermutlich zwischen 1340 und 1350 für John de Cobham, einen hohen Amtsträger des englischen Königs, geschaffen und von einem oder zwei Buchmaler-Meistern in London luxuriös ausgestattet. Ohne Rücksicht auf einige stilistische Beobachtungen käme auch Johns Vater Henry als Auftraggeber des Codex in Betracht. Die Cobhams gehörten zu den führenden Familien im Südosten Englands. Von ihren Vorfahren hatten sie das Recht geerbt, bei Königskrönungen den Baldachin zu tragen. John de Cobham nahm wahrscheinlich 1327 an der Krönung Edwards III. teil, sein Vater wohl auch schon an der Edwards II., 1308. Das erklärte die Abschrift der Krönungsordnung in der kostbaren Apokalypse-Handschrift.

Corpus-Christi-Apokalypse, Darstellung des Stifters (Henry oder John de Cobdam) auf fol. 1r

Corpus-Christi-Apokalypse

Unter der Lupe: Figuren mit ausdrucksstarken Gesichtern

Corpus-Christi-Apokalypse, fol. 68r

Der oder die Buchmaler-Meister der Corpus-Christi-Apokalypse haben einen unverkennbar zeichnerischen Stil. Große Einzelfiguren, wie die Engel oder Johannes, sind schlank, fast körperlos und sehr agil dargestellt. Ihre langen und sehr weich fallenden Gewänder unterstreichen diesen Eindruck noch. Oftmals sind sie mit auffallend breiten Querstreifen gestaltet, aufgelockert zum Teil durch Blumenrankenmotive. Gesichter und Hände sind einfach und hell gezeichnet und haben daher klare Konturen. Charakteristisch sind die bogenförmigen Münder und die hellen rötlichen Schattierungen an Augenhöhlen und Kinn. Immer wieder finden sich daneben auch ganz akribisch ausgearbeitete Porträtköpfe mit individuellem Ausdruck, der in den Gesichtern das personifizierte Böse ebenso wie Besinnung oder kritische Distanz erkennen lässt.

Besonders sorgfältig hat der Meister etwa das frontale Gesicht des Königs in der detailreichen, ganzseitigen Miniatur zur Krönungsordnung auf fol. 68r gestaltet. Bart und Rundungen sind dabei mit sehr feinen Strichen modelliert. Die Schattierungen sind sehr minutiös mit weichen Verläufen angelegt. Sparsame Weißhöhungen formen die Nase und die Brauen. Der König thront in der Bildmitte auf dem mit goldenen Schnitzereien verzierten Krönungssessel. Auf seinem Kopf funkelt die mit Edelsteinen besetzte Krone. Um den König herum sind die geistlichen und weltlichen Würdenträger seines Reiches versammelt. Die Bischöfe im Vordergrund sind durch ihre aufwendig geschmückten Gewänder besonders hervorgehoben. Es dürfte sich bei ihnen um die Erzbischöfe von Canterbury und York handeln.

Corpus-Christi-Apokalypse

Die Corpus-Christi-Apokalypse: Die Edition

Corpus-Christi-Apokalypse, Faksimile-Edition, Band stehend und aufgeschlagen

Handschrift und Faksimile im Überblick

Die Corpus-Christi-Apokalypse ist die am reichsten ausgestattete englische Apokalypse-Handschrift des 14. Jahrhunderts. Die Faksimile-Edition begeistert durch höchste Qualität bei der Wiedergabe von Gold, Silber und Farben. Überall funkelt und leuchtet es – ein Fest für die Augen!

Handschrift: Cambridge, Corpus Christi College, MS 20
Entstehungszeit: ca. 1340/50
Entstehungsort: London
Format: ca. 37,0 x 26,0 cm
Umfang: 144 Seiten (72 Blatt)
Künstler: ein oder zwei Meister aus London
Auftraggeber: John de Cobham oder dessen Vater Henry (?), hochrangige Amtsträger im Dienst des englischen Königs
Ausstattung: 121 großformatige Miniaturen, 59 Goldinitialen, 280 blaue Initialen auf rotem Fleuronnée, Gold, Silber und Mennigerot, feine Ziselierungen
Einband: weißer Ledereinband
Kommentarband von Nigel J. Morgan / Peter K. Klein / Christopher de Hamel / Daron Burrows → Inhalt

Corpus-Christi-Apokalypse

10 Seiten zum Blättern:

Ein Blick in die faksimilierte Handschrift

Der hier zum Blättern ausgewählte Ausschnitt aus der Corpus-Christi-Apokalypse zeigt die Seitenfolge fol. 39r–43v. Zu sehen sind hier die Illustrationen zu den sieben Schalen-Engeln, die die Schalen des Zorns entleeren (Apk 16,1–21), und zur Hure Babylon (Apk 17,1–5). Die Farben, die für die Figuren und Ornamentgründe verwendet worden sind, wirken harmonisch aufeinander abgestimmt: vom Zinnoberrot bis zum Hellgrau.
Die gerahmten Streifenbilder sind als Miniaturen in den Text eingestellt und reichen stets über beide Spalten. Von ihren Ecken gehen wie bei den Initialen kleine Blattwerkzweige aus.

Corpus-Christi-Apokalypse

Herausforderungen bei der Herstellung: fac simile

Corpus-Christi-Apokalypse, fol. 46r, Goldziselierung und Patinierung

Lebendiges Gold

Seit Jahrhunderten hat sich der Glanz von Gold und Silber in der Corpus-Christi-Apokalypse bewahrt. Die meisten der Goldflächen sind mit Ziselierungen und Punzierungen verziert. Für deren Wiedergabe müssen eigene Prägeformen hergestellt werden. Bei der Prägung selbst muss dann mit großem Fingerspitzengefühl gearbeitet werden, damit die feinen Linien und Muster nicht auf die Blattrückseite durchdrücken.
Bei der Wiedergabe der Alterungsspuren besteht die hohe Kunst darin, dass die Patinierung so abgestimmt sein muss, dass nach mehreren Durchgängen durch die Druckmaschine eine lebendige Wirkung der Goldflächen erzielt wird. Viel Aufwand für Lithograph und Drucker!

Know-how, Erfahrung und Sorgfalt

Unterschiedlich glänzendes Gold und Silber, feinste Ziselierungen, leuchtendes Mennigerot. Keine Maschine kann das geschulte Auge und die Erfahrung des Lithographen beim Vergleich von Andruck und Original ersetzen, wenn es darum geht, kleinste Abweichungen der Farben und Metalltöne aufzuspüren und überdies den stimmigen Gesamteindruck zu prüfen.
Ähnliches gilt für die hochspezialisierte Arbeit des Buchbinders. Er falzt die Druckbögen und heftet die Lagen zum Buchblock. Dann wird von Hand das Kapitalband am Kopf des Buches umstochen – bei der Corpus-Christi-Apokalypse durch den Buchrücken. Schließlich wird der Buchblock in die Einbanddecke gehängt.

Corpus-Christi-Apokalypse, Andruckvergleich am Original
Corpus-Christi-Apokalypse, Umstechen des Kapitalbands durch den Buchrücken

Corpus-Christi-Apokalypse

Die Faksimilemappe zur Edition

Corpus-Christi-Apokalypse, Faksimilemappe zur Edition

Die Faksimilemappe zur Edition der Corpus-Christi-Apokalypse ermöglicht es Ihnen, sich näher mit diesem in Cambridge gehüteten Bilderschatz vertraut zu machen. Eine reich illustrierte Informationsbroschüre führt in die Geschichte und Ausstattung der Handschrift ein und erläutert die künstlerisch sehr wertvolle Buchmalerei der englischen Hochgotik.
Die Faksimilemappe enthält einen vierseitigen Original-Faksimilebogen mit fünf Miniaturen. Die Innenseite zeigt links, wie der siebenköpfige Drache das Kind der Frau verschlingen will (fol. 27v). Rechts ist der Kampf des Erzengels Michael gegen den Drachen zu sehen (fol. 28r). Auf der Außenseiten finden sich zwei weitere Szenen aus Apk 12,1–18.

Corpus-Christi-Apokalypse

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