Goldener Psalter von St. Gallen

Das Spinola-Stundenbuch

Die Königin der flämischen Buchmalerei

Das Meisterwerk flämischer Buchkunst

Entdecken Sie das Spinola-Stundenbuch, ein Schlüsselwerk der europäischen Kunstgeschichte und der absolute Höhepunkt der flämischen Buchmalerei des frühen 16. Jahrhunderts. Entstanden um 1510–1520 in Gent oder Brügge, vereint dieses prachtvolle Manuskript das Beste aus Spätgotik und Renaissance. Nicht umsonst beschrieb es Thom Kren, ehemaliger Leiter der Handschriftenabteilung des Getty-Museums, als »das bildlich anspruchsvollste und originellste flämische Manuskript« seiner Zeit.

Faksimile-Edition

Das Spinola-Stundenbuch: Die Handschrift

Detailbild

Das Spinola-Stundenbuch fol. 1v

Geschaffen von den größten Meistern

Ein wahres »Dream-Team« der Buchmalerei erschuf dieses unvergleichliche Kunstwerk. Fünf der herausragendsten Künstler, darunter der berühmte Meister Jakobs IV. von Schottland (möglicherweise Gerard Horenbout), arbeiteten an dem 624 Seiten umfassenden Codex. Ihre genialen Kompositionen, die den Text auf einzigartige Weise in die Bilder integrieren, und die fantasievollen Bordüren machen jede Seite zu einem visuellen Fest. Illusionistisch gemalte Vögel, Insekten und Blumen scheinen direkt aus dem Pergament zu entspringen. Keine Seite bleibt ohne Zierschmuck.

Eine legendäre Geschichte

Die prachtvolle Ausstattung deutet auf eine hochgestellte Auftraggeberin wie Margarete von Österreich hin. Seinen Namen verdankt das Buch der Genueser Adelsfamilie Spinola, die es später besaß. Wie aus dem Nichts auftauchend, sorgte es 1976 bei einer Auktion für eine Sensation, als es für eine Rekordsumme versteigert wurde. Der berühmte Handschriftenhändler H.P. Kraus sicherte sich diese Handschrift und verkaufte sie später an das Sammlerpaar Irene und Peter Ludwig. Heute ist das Original einer der unschätzbaren Höhepunkte in der Sammlung des J. Paul Getty Museums.

Eine Hommage in höchster Vollendung

Mit dieser streng limitierten Faksimile-Edition bringt der Quaternio Verlag Luzern das Meisterwerk aus dem Museum direkt in die Privatsammlungen der Welt.
Auf 624 Seiten im Format von 23,2 x 16,6 cm werden alle 88 Miniaturen und die unzähligen, goldgeschmückten Zierseiten perfekt wiedergegeben. Das fein strahlende Gold, die leuchtenden Farben und der von Hand gefertigte Ledereinband, der dem Original aus dem 18. Jahrhundert nachempfunden ist, machen diese Edition zu einem Erlebnis für die Sinne.

Der Glasturm der Beinecke Library

 

Unter der Lupe

Fol. 125v – Anbetung der Hirten (zugeschrieben dem »Meister der Gebetbücher um 1500«)

Die Hauptszene findet in einer halb verfallenen Scheune statt: Das Dach ist beschädigt, die Seitenwände fehlen. Die offenen Durchblicke nutzt der Buchmaler, um die Hintergrundlandschaft nahtlos in die Landschaften der Randminiaturen überzuleiten – ein Kunstgriff, der hier im Spinola-Stundenbuch erstmals erprobt wird.

In den Randfeldern erscheinen zwei Nebenszenen: links die Verkündigung an die Hirten. Diese blicken zum Engel empor, der ihnen die frohe Botschaft übermittelt. In der Bordüre unten sind diese Hirten bei einem ausgelassenen Tanz zu sehen. Ein Dudelsackspieler gibt den Takt vor; sogar der Hirtenhund schaut gebannt zu, während die Schafe das Geschehen eher teilnahmslos beobachten.

 

Das Spinola-Stundenbuch: Die Edition

Der Wigalois des Wirnt von Grafenberg, geschlossen und offen

Handschrift und Faksimile im Überblick

Das Spinola-Stundenbuch (um 1510/20) ist die Quintessenz flämischer Buchkunst. Erschaffen von den fünf herausragendsten Künstlern ihrer Zeit, verkörpert es den Höhepunkt der flämischen Buchmalerei schlechthin.

Handschrift: Los Angeles, The J. Paul Getty Museum, Ms. Ludwig LX 18
Entstehungszeit: um 1510/20
Entstehungsort: wahrscheinlich Brügge oder Gent
Format: ca. 23,2 x 16,6 cm
Umfang: 624 Seiten (312 Blatt)
Künstler: Meister Jakobs IV. von Schottland (einige Wissenschaftler identifizieren ihn mit Gerard Horenbout, Hofmaler der Margarete von Österreich in ihrem Domizil in Mechelen), Meister des Älteren Gebetbuchs Maximilian, Meister des Dresdner Gebetbuchs, der Meister der Lübecker Bibel sowie der Meister der Gebetbücher um 1500.
Auftraggeber: vermutlich Margarete von Österreich
Ausstattung: 88 Miniaturen mit unzähligen Einzelszenen sowie phantasievolle Rahmenbordüren auf jeder Seite
Einband: Roter Ledereinband mit Goldprägung
Kommentarband zur Edition: verfasst von Lieve De Kesel (Universität Gent, Expertin für flämische Buchmalerei). Ihr Kommentar erschließt den Entstehungsprozess in Gent-Brügge, die beteiligten Künstler und Werkstätten, die komplexe Ikonographie der Miniaturen, die Textbestandteile und ihre Liturgiegeschichte sowie die Besitzer- und Provenienzgeschichte.
Druckauflage: 480 Exemplare

Die Faksimile-Edition erscheint im Winter 2026.

Faksimile-Edition

Herausforderungen bei der Herstellung: fac simile

Perfekte Aufnahmen sind entscheidend

Die Aufnahmen sind mit das Wichtigste für die Qualität einer Faksimile-Edition. In den Photostudios des Getty-Museums in Los Angeles konnte der Photograph des Quaternio Verlags Luzern zusammen mit dem Team des Getty Museums optimale Aufnahmen erstellen.

Jede Seite wird verglichen

Damit eine Faksimile-Edition die Bezeichnung originalgetreu auch verdient, wird jede Seite angedruckt und akribisch mit dem Original verglichen. Kleinste Farbabweichungen werden so erkannt und korrigiert.

Feines Pinselgold auf jeder Seite

Das Spinola-Stundenbuch ist durchgehend mit Pinselgold geschmückt. Dieses feine Gold getreu wiederzugeben, ist eine Herausforderung für die Lithographen. Punkt für Punkt, Strich für Strich muss es am Computer nachgezeichnet und dann mit dem Original verglichen werden.

Faksimile-Edition

Das Faksimiledossier zur Edition

Das Faksimiledossier führt Sie in die farbige und goldstrahlende Bilderwelt des Spinola-Stundenbuchs ein. Entdecken Sie einen Ausschnitt der großartigen Bilderwelt dieses außergewöhnlich reich ausgestatteten Stundenbuchs:


  • Ein Original-Faksimilebogen (Folios 119–120) mit den Hauptszenen Geburt Christi und Christus vor Kaiphas sowie zahlreicher Nebenszenen
  • Handgefertigte Faksimilemappe in Leinen im Format von 18 x 25 cm
  • Begleitbroschur im Format von 18 x 25 cm, 80 Seiten, mit einem ausführlichen Essay zur Handschrift von Christopher de Hamel und einer detaillierten Beschreibung der Faksimileseiten aus der Feder der Kommentarbandautorin Lieve De Kesel.

Rothschild Canticles

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