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Herstellung: Die Kunst der Faksimilierung

Vom Original zum ebenbürtigen Abbild

Fac simile (lat.) heißt: „Mach es ähnlich!“ – Nach diesem Grundsatz entstehen Schritt für Schritt die → Faksimile-Editionen des Quaternio Verlags Luzern: von der Photoaufnahme des Originals bis hin zum streng überwachten Druck und der Tätigkeit des Buchbinders. Dabei gilt es, der jahrhundertealten Vorlage so nah wie möglich zu kommen. Spezialisten und Fachleute tragen dazu bei, dass dieses Ziel erreicht wird und im Ergebnis Faksimiles geschaffen werden, die das Prädikat „originalgetreu“ mehr als verdienen.

Die Aufnahme des Originals

Den Auftakt zur Herstellung eines Faksimiles bildet die Aufnahme des Originals durch einen Photographen. Zu diesem Zweck wird eine dem neuesten Stand der Technik entsprechende Ausrüstung mit digitaler Spezialkamera, Buchwippe, Scheinwerfern und Computer an den Ort der Aufbewahrung transportiert und dort aufgebaut. Schon aus Gründen der Sicherheit verbleiben die Handschriften zu jedem Zeitpunkt der Faksimilierung in der Einrichtung (→ Bibliotheken, Archive, Museen), zu deren Sammlungsbestand sie gehören.

Vom Bildschirm zum Andruck

Auf der Grundlage der Aufnahmedaten bereitet der Lithograph am Bildschirm die Farb- und Goldauszüge vor. Diese aufbereiteten digitalen Bilddaten sind die Basis für die ersten Andrucke, die anschließend Seite für Seite mit dem Original verglichen werden. Kleinste Farbabweichungen müssen erkannt und entsprechend korrigiert werden – eine penible Arbeit, die ein besonders geschultes Auge, eine hohe Konzentration und jahrelange Erfahrung erfordert!

Aufnahme einer Handschrift in der Pierpont Morgan Library in New York - Die Kunst der Faksimilierung
Andruckvergleich mit dem Original (Stundenbuch der Margarete von Orléans) - Die Kunst der Faksimilierung

Bogen für Bogen Perfektion 

Bis die größtmögliche Übereinstimmung mit der mittelalterlichen Vorlage erreicht ist, bedarf es mehrerer Korrekturdurchgänge. Erst dann kann die Druckfreigabe, das „Imprimatur“, unter den wachsamen Augen des Handschriftenkurators erteilt werden. Sorgfältig, Bogen für Bogen, wird nunmehr die Auflage auf säurefreiem und alterungsbeständigem Spezialpapier gedruckt, das nicht nur optisch, sondern auch haptisch die Eigenschaften von Pergament imitiert.

Aufgrund ihres hohen Qualitätsanspruchs sind die Mitarbeiter des Quaternio Verlags Luzern stets gern gesehene Gäste in den Bibliotheken, Archiven und Museen, denn sie garantieren, dass das Original im Faksimile auch wirklich originalgetreu umgesetzt wird.

Vergleich mit dem Original im Beisein des Handschriftenkurators (Heilsspiegel aus Kloster Einsiedeln) - Die Kunst der Faksimilierung

Wiedergabe von Gold und Silber 

Die Wiedergabe des manchmal matten, zumeist aber glänzenden Goldes oder Silbers erfolgt in einem speziellen Verfahren in gesonderten Durchgängen auf der Druckmaschine. Von sämtlichen Gold- und Silberpartien muss der Lithograph zuvor in zeitaufwendiger Arbeit eigene Auszüge erstellen. Für die Wiedergabe feinster Verzierungen auf Gold oder Silber und der altersbedingten Patina bedarf es zusätzlicher Arbeitsschritte, bis das Faksimile dieselbe Aura ausstrahlt wie das Original.

Gold im Codex Gisle - Die Kunst der Faksimilierung
Die Lagen werden auf Bänder an der Heftlade zum Buchblock geheftet (Heilsspiegel aus Kloster Einsiedeln) - Die Kunst der Faksimilierung

Das Handwerk des Buchbinders

Nachdem der Druck abgeschlossen ist, folgt die Arbeit des Buchbinders. Sein traditionsreiches Handwerk hat sich seit dem Mittelalter kaum verändert. Die getreu den Rändern der Originalblätter beschnittenen Druckbogen werden gefalzt, ineinandergesteckt und zu Lagen zusammengetragen, meistens zu Quaternionen, also zu Viererlagen. An der Heftlade wird Lage für Lage dann zum Buchblock geheftet. Von Hand wird das Kapitalband umstochen – je nach Original mit verschiedenfarbigen Fäden. In einem nächsten Schritt wird der Buchblock in die Einbanddecke eingehängt. Um die Bünde am Buchrücken gleichmäßig hervortreten zu lassen, werden sie vom Buchbinder in der Klotzpresse abgebunden.

Mittelalterliche Bucheinbände bieten durch die Jahrhunderte eine Vielfalt an verwendeten Materialien: Leder, Samt und Seide, Elfenbein, Edelmetall, Emaille u.a.m. – In jedem Fall stellt dies eine große Herausforderung für den Buchbinder dar. Häufig zieht der Quaternio Verlag Luzern daher noch andere Spezialisten, vor allem Goldschmiede, Textilfachleute und Restauratoren, hinzu, um den jeweiligen Einband bis ins kleinste Detail originalgetreu reproduzieren zu können.

Umstechen des Kapitalbands von Hand (Corpus-Christi-Apokalypse) - Die Kunst der Faksimilierung
Arbeit des Buchbinders an der Klotzpresse (Goldener Münchner Psalter) - Die Kunst der Faksimilierung

Ein Kurzfilm über den → Codex Gisle als ein „Meisterwerk der Faksimilierkunst“ erläutert anschaulich an einem Beispiel, wie aufwendig ein originalgetreues Faksimile aus dem Quaternio Verlag Luzern hergestellt wird.

Sie möchten gern mehr über die Herstellung der Faksimiles aus dem Quaternio Verlag Luzern erfahren oder haben Fragen zu verschiedenen Details der Faksimilierung? Dann zögern Sie bitte nicht, → Kontakt mit uns aufzunehmen.



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