Der Goldene Münchner Psalter

Der reichste Bilderzyklus aus Englands Mittelalter

Der Goldene Münchner Psalter – Lassen Sie sich faszinieren von der Initialenpracht und von 91 ganzseitigen Miniaturen auf goldenem Grund, die die Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament illustrieren, und erleben Sie dabei in Farben und Formen den künstlerischen Aufbruch mit, der sich am Ausgang der Romanik in der englischen Buchmalerei vollzog!

„Höchste Sorgfalt und optimale Sachkenntnisse, die in diese Ausgabe investiert worden sind, verheißen ein prachtvolles, dem hochwertigen und einmaligen Original angemessenes Kunstwerk, das die zeitlosen Texte des lateinischen Psalters mit seinen Illuminierungen vielen zugänglich macht.“ (Claudia Fabian, Leiterin der Abteilung Handschriften und Alte Drucke, Bayerische Staatsbibliothek München)

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Goldener Münchner Psalter

Der Goldene Münchner Psalter: Die Handschrift

Goldener Münchner Psalter, fol. 16v

Buchkunst im Umbruch

Am Ausgang der Romanik suchten die Künstler neue Formen des bildnerischen Ausdrucks. In die Buchmalerei kam erkennbar Bewegung. Mit jeder Miniatur wurde Neues ausprobiert. Der Goldene Münchner Psalter ist an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert in genau diesem Übergangsstil geschaffen worden. Eine Abkehr von den romanischen Bildformeln lässt sich dabei zuerst in der figürlichen Darstellung beobachten. Auch wenn die Kenntnis von der exakten Wiedergabe des menschlichen Körpers noch gering war, achteten die Künstler jetzt stärker auf die richtigen Proportionen, eine weniger übertriebene Haltung oder Gebärde, den natürlichen Faltenwurf der Gewänder und sorgfältig modellierte Gesichter.

Richard Löwenherz († 1199), Grabmal des englischen Königs in der Abtei Fontevraud

Dem Auftraggeber auf der Spur

Was den Auftraggeber des Goldenen Münchner Psalters angeht, der um 1200 vermutlich in Oxford hergestellt worden ist, so gibt es im Kalender aufgrund der Nennung bestimmter Heiliger einige Anhaltspunkte, die auf eine Verbindung mit dem zur Abtei Gloucester gehörigen Benediktinerpriorat St. Guthlac in Hereford schließen lassen. St. Guthlac war im späten 11. Jahrhundert auf Initiative der Herren de Lacy gegründet worden. Oberhaupt dieses adligen Hauses war um 1200 Walter II. de Lacy, der als Berater und Helfer in der Gunst der englischen Könige Richard Löwenherz und Johann Ohneland stand. Möglicherweise war der kostbare Psalter ein Geschenk anlässlich seiner Vermählung mit Margaret de Briouze 1200/01.

Ungewöhnliche Bilderzyklen

Im Goldenen Münchner Psalter verteilen sich die ungewöhnlich ausführlichen und immer wieder ineinander verwobenen Bilderzyklen zum Alten und Neuen Testament gleichmäßig auf die mit Initialen geschmückten Textseiten. So schließt sich nach dem Kalender eine erste Sequenz von 27 Miniaturen zur Genesis bis zum Fall Jerichos an. Der erste Zyklus zum Neuen Testament bietet 19 Bilder zum Leben Jesu. Nach Psalm 51 folgt eine zweite neutestamentliche Sequenz. Nach weiteren Psalmen kommen Illustrationen zu verschiedenen Büchern des Alten Testaments und zum Leben Davids. Fünf Miniaturen mit dem Lobpreis Gottes, einem Autorenporträt König Davids und weitere Szenen aus seinem Leben beschließen den letzten Zyklus.

Goldener Münchner Psalter

Unter der Lupe: Die Vielfalt goldener Initialenpracht

Goldener Münchner Psalter, fol. 31r

Der Initialschmuck im Goldenen Münchner Psalter ist kein dekorativer Selbstzweck, sondern hat eine wichtige textgliedernde Funktion. So wird der erste Psalm mit einer ganzseitigen goldenen Prachtinitiale eingeleitet. Daneben finden sich zehn nahezu halbseitige Zierinitialen aus schwungvollen, ineinander verflochtenen mehrfarbigen oder auch goldenen Bändern, manchmal langgezogenen Drachenleibern, mit vegetabilen Ausläufern. Die Psalmen und anderen Gebetstexte werden von rund 180 mehrzeiligen Initialen, mal historisiert, mal ornamentiert, gegliedert. Der gestalterischen Phantasie des Buchmalers waren dabei kaum Grenzen gesetzt. Allerlei Getier schlüpft durch die Zierbuchstaben. Frühe Beispiele für Drolerien und erste Ansätze von Fleuronnée sind zu entdecken.

Auf fol. 31r erscheint eine ganzseitige Initiale, die mit ihrer Pracht den Beginn des ersten Psalms (Beatus vir) markiert. Ein maskenhaftes Gesicht hält in der Mitte den Buchstaben wie eine Spange zusammen. Vor dem leuchtenden Goldgrund sind blaue, grüne, rote und braune Bänder in Spiralen verschlungen, die in Drachenköpfen und pflanzenartigen Formen auslaufen. Dazwischen sind unzählige kleine Rankenkletterer in Gestalt weißer Löwen zu entdecken, außerdem noch ein groteskes Mischwesen in hockender Haltung und ein Gambe spielendes Mischwesen. Ein räumlich wirkendes Mäanderband umrahmt den blauen verzierten Hintergrund, aus dem die Initiale und die ersten Worte des Psalms hervorleuchten. Die umgebenen Medaillons zeigen Szenen aus dem Leben König Davids.

Goldener Münchner Psalter

Der Goldene Münchner Psalter: Die Edition

Goldener Münchner Psalter, Faksimile-Edition, Band stehend und aufgeschlagen

Handschrift und Faksimile im Überblick

Der Goldene Münchner Psalter beeindruckt mit einer opulenten Ausstattung, die auch im Vergleich mit anderen Prachtpsalterien ungewöhnlich ist. Die Faksimile-Edition gibt diesen Reichtum in allen Details wieder. Funkelndes Gold, Silberglanz und leuchtende Farben.

Handschrift: München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 835
Entstehungszeit: ca. 1200/10
Entstehungsort: Oxford (?)
Format: ca. 28,0 x 19,5 cm
Umfang: 338 Seiten (169 Blatt)
Künstler: vermutlich drei Meister einer Oxforder Werkstatt
Auftraggeber: möglicherweise Walter II. de Lacy, ein anglonormanischer Adliger, und / oder seine Frau Margaret de Briouze
Ausstattung: 91 ganzseitige Miniaturen auf leuchtendem Goldgrund mit 236 Szenen, eine ganzseitige und zehn halbseitige Initialen, rund 180 mehrzeilige Initialen, teils historisiert, teils ornamentiert, farbiger und goldener Zeilenschmuck, 24 Kalendermedaillons
Einband: heller Veloursledereinband mit zwei Messingsschließen
Kommentarband zur Edition von Nigel J. Morgan / Carolin Schreiber → Inhalt

Goldener Münchner Psalter

10 Seiten zum Blättern:

Ein Blick in die faksimilierte Handschrift

Der hier zum Blättern ausgewählte Ausschnitt aus dem Goldenen Münchner Psalter umfasst die Seitenfolge fol. 64v–69r.
Diese beginnt mit Psalm 51 und der zwölfzeiligen Prachtinitiale Q, deren Cauda die Gestalt eines Drachen hat, dem ein Mann seinen Speer ins Maul stößt.
Es folgt ein neutestamentlicher Bilderzyklus mit ganzseitigen Miniaturen auf goldenem Grund. Sie illustrieren eine Reihe von Szenen zum öffentlichen Wirken Jesu, darunter eine Anzahl von wundersamen Heilungen und Gleichnissen.
Alle Miniaturen haben breite Schmuckrahmen, die jeweils unterschiedlich gestaltet sind.

Goldener Münchner Psalter

Herausforderungen bei der Herstellung: fac simile

Goldener Münchner Psalter, fol. 107v: Gold- und Silberschmuck

Gold und Silber

Eine Handschrift, die wie der Goldene Münchner Psalter verschwenderisch mit Gold und auch mit Silber auf fast allen Seiten geschmückt ist, stellt besondere Anforderungen an die Wiedergabe. Das Gold und das unterschiedlich erhaltene Silber müssen im Faksimile genauso wirken wie in der Originalhandschrift. Dafür müssen die Gold- und Silberpartien in den Aufnahmedateien gesondert erfasst und vom Lithographen mit großer Sorgfalt und Akribie herausgearbeitet werden. In eigenen Durchgängen durch die Druckmaschine werden dann die verschiedenen Arten von Gold und Silber aufgetragen. Dieselbe Lebendigkeit wie ihm Original erhalten die Metalltöne aber erst durch die Patinierung.

Spezialisten am Werk

Bei jedem Schritt der Faksimilierung ist die Arbeit von Spezialisten gefragt, um im Ergebnis ein ebenbürtiges Abbild des Originals zu erhalten. So übernimmt es der Lithograph, die durch die Aufnahme der Handschrift vor Ort gewonnenen Bilddaten am Computer für den Andruck aufzubereiten. Anschließend wird Seite für Seite mit dem Original verglichen, um auch die kleinsten Farbabweichungen aufzuspüren und zu korrigieren. Die fertigen Druckbogen werden vom Buchbinder zu Lagen gefalzt und zum Buchblock geheftet. Nach dem Einhängen des Buchblocks in die lederne Einbanddecke lässt er an der Klotzpresse die markanten Bünde am Buchrücken durch Abbinden hervortreten.

Goldener Münchner Psalter, Andruckvergleich mit dem Original
Goldener Münchner Psalter, Buchbinderarbeit an der Klotzpresse

Goldener Münchner Psalter

Die Faksimilemappe zur Edition

Goldener Münchner Psalter, Faksimilemappe zur Edition

Die Faksimilemappe zum Goldenen Münchner Psalter enthält drei Original-Faksimileblätter (fol. 8, 46 und 66). Ihre Vorderseiten (recto) zeigen die Schöpfung, die Zierinitale D zu Psalm 26 und den Tanz der Salome zusammen mit der Enthauptung von Johannes dem Täufer. Die Rückseiten (verso) sind nicht minder prachtvoll. Auf ihnen sind die Vertreibung aus dem Paradies, Text mit einer historisierten Initiale und die Speisung der Fünftausend zu sehen. In ausführlichen Bildlegenden wird der Reichtum dieser Malerei erläutert und entschlüsselt. Eine reich illustrierte Informationsbroschüre führt auf 16 Seiten in die künstlerisch und historisch gleichermaßen spannende Zeit am Übergang von der Romanik zur Gotik ein.

Goldener Münchner Psalter

Bestellung Faksimilemappe

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Prospektanforderung

Gern senden wir Ihnen kostenlos und unverbindlich weitere Informationen zu dieser faszinierenden Faksimile-Edition zu.



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